Antidepressiva, ein persönlicher Bericht #wspd2018

Ein Mädchen mit braunen Haaren, einem blauen Kleid, das ein Buch umklammert und nach unten blickt. Im Hintergrund ein Wald, Bäume mit knorrigen Ästen.

Es war nicht einfach diesen Beitrag zu schreiben und es ist der persönlichste Text, den ich je geschrieben habe. Ich habe Angst davor ihn zu veröffentlichen. Letzte Woche war der #wspd2018, der World Suicide Prevention Day 2018. Dieser Artikel reiht sich in viele weitere Texte zum Thema ein, einige davon werde ich unten verlinken.

Ich nehme seit etwas mehr als vier Wochen jeden Tag eine Tablette. Es handelt sich dabei um SSRI (Selective serotonin reuptake inhibitors, deutsch: Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer), die mir nach vielen Rückschlägen vom Hausarzt verschrieben wurden. Dieses Medikament hat mir das Leben gerettet oder, wenn das zu dramatisch klingt, es hat mir mein Leben so krass erleichtert, dass ich meinen Alltag momentan kaum wiedererkennen kann. Ich möchte hier über Vorher und Nachher schreiben, über meinen Alltag mit Depression und über meinen Alltag mit Depression und Antidepressivum. Ich bin keine Fachperson und kann hier nicht aus einer medizinischen Position schreiben, sondern nur über meine eigenen Erfahrungen berichten. Bitte beachtet das beim Lesen. Bitte achtet beim Lesen auch auf euch selbst und auf eure Stimmung. Viele Erfahrungen, die ich hier schildere, enthalten Suizidgedanken (aber keinen Suizidversuch oder ähnliche Beschreibungen). Für den gesamten Beitrag gilt also:

CN Depression, (passive) Suizidgedanken

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J.K. Rowling hat sich selbst vom Thron gestoßen

Ein Foto, auf dem fünf Harry Potter-Bände zu sehen sind, die auf grünem Rasen stehen

Die ersten Ausgaben der Harry Potter-Bände, die ich damals häufig gelesen habe. Band 3 und 4 besaß ich in dieser Ausgabe nie, habe sie aber einige Male in der Bücherei oder bei einer Freundin ausgeliehen.

CN: Erwähnungen und Beispiele von Homo- und Transfeindlichkeit, Erwähnung von Gewalt

Viele Jahre habe ich J.K. Rowling als Lieblingsautorin bezeichnet. Ich bin mit Harry Potter aufgewachsen und möchte diese Geschichten nicht mehr missen. Wenn andere Leute diese Bücher noch nicht kannten, habe ich sie so lange bequatscht, bis sie sie endlich lesen wollten. Ich habe ein Tattoo mit einem Zitat aus Harry Potter. All das würde ich jetzt nicht mehr machen oder behaupten. Denn ich habe angefangen zu verfolgen, was Rowling beispielsweise auf Twitter sonst noch so äußert, und bemerkt: hey, da ist ziemlich viel echt uncool, und mittlerweile will ich einfach nichts mehr von ihr wissen.

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Queens of Geek von Jen Wilde

Durch meine letzten Lesemonate zieht sich ein sehr schönes Muster. Ich lese vermehrt Geschichten mit queeren Figuren, häufig von own voices-Autor*innen (also solchen, die selbst auch queer sind), und bin bei der Lektüre immer sehr begeistert. Auch bei Queens of Geek war es so. Im Buch werden nur ein paar wenige Tage erzählt und die Handlung selbst gibt nicht rasend viel her, das wird durch die Charaktere allerdings auf jeder einzelnen Seite wieder gutgemacht.

„Drei Freund*innen, zwei Liebesgeschichten, eine Convention“, so wird die Geschichte auf dem Cover angepriesen. Charlie, Taylor und Jamie kommen aus Australien und besuchen gemeinsam die SupaCon in den USA. Erzählt werden die Erlebnisse immer abwechselnd aus der Sichtweise von Charlie und von Taylor. Beide Mädchen sind beste Freundinnen und dabei so, so unterschiedlich. Ich mochte die Dynamik sehr, die dadurch in das Buch gebracht wurde. Die Geschichte selbst fokussiert sich nämlich tatsächlich nur auf diese drei Tage auf der Convention und bietet dadurch gar nicht so viel Abwechslung. Dafür ganz viel Fangirling-Feeling, geek-ige Querverweise auf verschiedene Fandoms, Tumblr und Cosplay, Queerness und frische Verliebtheit.

Cover Queens of Geek

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Der Weltenfinder von Bernd Perplies

Mit Der Weltenfinder lässt uns Bernd Perplies schon zum zweiten Mal das Wolkenmeer bereisen. Vor gut einem Jahr habe ich den Drachenjäger gelesen und war bereits fasziniert von dieser Welt und hätte mir gewünscht, dass das Buch noch viel mehr Seiten hätte. Nun gibt es gleich ein ganzes zweites Buch, das ist noch viel cooler. Es handelt sich nicht um eine Fortsetzung, sondern um eine eigenständige Geschichte in derselben Welt mit einem anderen Protagonisten und anderen Zielen. Charaktere aus dem Drachenjäger tauchen hier und da für kurze oder auch längere Zeit dennoch auf und bringen tolle Erinnerungen an die erste Reise mit. Doch selbst ohne Kenntnis des ersten Buches erwartet euch im Weltenfinder ein eindrucksvolles Abenteuer.

Cover Der Weltenfinder

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Zeitlose: Simeons Rückkehr von Eva-Maria Obermann

So lange schon wollte ich einen Roman von Eva-Maria Obermann lesen, dass ich es jetzt kaum fassen kann, nach zwei Tagen schon wieder fertig zu sein. Ich mag ihre Blogbeiträge, es gefällt mir, was sie auf dem Literaturcamp über ihre literaturwissenschaftliche Dissertation erzählt hat, und endlich konnte ich was längeres von ihr lesen. Und dann hatte ich die 340 Seiten am zweiten Tag schon durch. Tja, spricht fürs Buch.

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