Keine Helden — Piraten des Mahlstroms von Nils Krebber

Keine Helden – Piraten des Mahlstroms hat den mit Abstand verwirrendsten Buchtitel des Jahres. Wenn Eberhart, Aurelia und die restliche Truppe keine Helden sein sollen, wer denn dann? Nun gut, der Leitsatz in dieser Geschichte ist „Was soll schon schief gehen?“ und die einzige mögliche Antwort darauf ist zu jeder Zeit: „Alles“. Aber nur, weil der Plan schief läuft, muss das nicht heißen, dass die Helden ihr Ziel nicht auf einem anderen Weg erreichen können. Seht ihr, Logik ausgetrickst, die sind alle Helden.

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Phantastik von Schwarzen Autorinnen: zwei Empfehlungen

Seit vielen Jahren lese ich fast täglich und der überwiegende Anteil meines Lesejahrs besteht aus Phantastik-Titeln. Ich habe nicht schon immer darauf geachtet, wer die Bücher geschrieben hat, die ich gern lese. Zwischendurch sind einige Autor*innen heraus gestochen und dann habe ich gezielt deren Werke gekauft, wie man das eben mit Lieblingsautor*innen so macht. Ansonsten habe ich Klappentexte gelesen oder mir etwas empfehlen lassen. Und so kam es, dass mein Bücherregal irgendwann aussah wie viele andere auch: Bücher von weißen, männlichen Autoren reihten sich aneinander. Das zu bemerken, hat etwas gedauert, aber vor ein paar Jahren kam die Eingebung: Cindy, achte doch mal mehr drauf, von wem du liest! Also fing ich an, meine Regale diverser zu gestalten: mehr Autorinnen, mehr queere Autor*innen, mehr Autor*innen of Color, mehr Schwarze Autor*innen. Seitdem ich gezielt darauf achte, habe ich einige wirklich tolle Romane gelesen und ich möchte euch heute zwei Werke aus der Phantastik vorstellen, die von Schwarzen Frauen geschrieben wurden. Children of Blood and Bone: Goldener Zorn von Tomi Adeyemi reiht sich in die Fantasy ein, Zerrissene Erde von N.K. Jemisin ist ein Science Fiction und Endzeit-Roman. Es freut mich, dass deutschsprachige Verlage immer mehr diverse Bücher verlegen und vieles davon auch übersetzen lassen, sodass Leser*innen hier die Chance bekommen, diese Werke zu lesen und andere Sichtweisen kennenzulernen.

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Antidepressiva, ein persönlicher Bericht #wspd2018

Ein Mädchen mit braunen Haaren, einem blauen Kleid, das ein Buch umklammert und nach unten blickt. Im Hintergrund ein Wald, Bäume mit knorrigen Ästen.

Es war nicht einfach diesen Beitrag zu schreiben und es ist der persönlichste Text, den ich je geschrieben habe. Ich habe Angst davor ihn zu veröffentlichen. Letzte Woche war der #wspd2018, der World Suicide Prevention Day 2018. Dieser Artikel reiht sich in viele weitere Texte zum Thema ein, einige davon werde ich unten verlinken.

Ich nehme seit etwas mehr als vier Wochen jeden Tag eine Tablette. Es handelt sich dabei um SSRI (Selective serotonin reuptake inhibitors, deutsch: Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer), die mir nach vielen Rückschlägen vom Hausarzt verschrieben wurden. Dieses Medikament hat mir das Leben gerettet oder, wenn das zu dramatisch klingt, es hat mir mein Leben so krass erleichtert, dass ich meinen Alltag momentan kaum wiedererkennen kann. Ich möchte hier über Vorher und Nachher schreiben, über meinen Alltag mit Depression und über meinen Alltag mit Depression und Antidepressivum. Ich bin keine Fachperson und kann hier nicht aus einer medizinischen Position schreiben, sondern nur über meine eigenen Erfahrungen berichten. Bitte beachtet das beim Lesen. Bitte achtet beim Lesen auch auf euch selbst und auf eure Stimmung. Viele Erfahrungen, die ich hier schildere, enthalten Suizidgedanken (aber keinen Suizidversuch oder ähnliche Beschreibungen). Für den gesamten Beitrag gilt also:

CN Depression, (passive) Suizidgedanken

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J.K. Rowling hat sich selbst vom Thron gestoßen

Ein Foto, auf dem fünf Harry Potter-Bände zu sehen sind, die auf grünem Rasen stehen

Die ersten Ausgaben der Harry Potter-Bände, die ich damals häufig gelesen habe. Band 3 und 4 besaß ich in dieser Ausgabe nie, habe sie aber einige Male in der Bücherei oder bei einer Freundin ausgeliehen.

CN: Erwähnungen und Beispiele von Homo- und Transfeindlichkeit, Erwähnung von Gewalt

Viele Jahre habe ich J.K. Rowling als Lieblingsautorin bezeichnet. Ich bin mit Harry Potter aufgewachsen und möchte diese Geschichten nicht mehr missen. Wenn andere Leute diese Bücher noch nicht kannten, habe ich sie so lange bequatscht, bis sie sie endlich lesen wollten. Ich habe ein Tattoo mit einem Zitat aus Harry Potter. All das würde ich jetzt nicht mehr machen oder behaupten. Denn ich habe angefangen zu verfolgen, was Rowling beispielsweise auf Twitter sonst noch so äußert, und bemerkt: hey, da ist ziemlich viel echt uncool, und mittlerweile will ich einfach nichts mehr von ihr wissen.

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Queens of Geek von Jen Wilde

Durch meine letzten Lesemonate zieht sich ein sehr schönes Muster. Ich lese vermehrt Geschichten mit queeren Figuren, häufig von own voices-Autor*innen (also solchen, die selbst auch queer sind), und bin bei der Lektüre immer sehr begeistert. Auch bei Queens of Geek war es so. Im Buch werden nur ein paar wenige Tage erzählt und die Handlung selbst gibt nicht rasend viel her, das wird durch die Charaktere allerdings auf jeder einzelnen Seite wieder gutgemacht.

„Drei Freund*innen, zwei Liebesgeschichten, eine Convention“, so wird die Geschichte auf dem Cover angepriesen. Charlie, Taylor und Jamie kommen aus Australien und besuchen gemeinsam die SupaCon in den USA. Erzählt werden die Erlebnisse immer abwechselnd aus der Sichtweise von Charlie und von Taylor. Beide Mädchen sind beste Freundinnen und dabei so, so unterschiedlich. Ich mochte die Dynamik sehr, die dadurch in das Buch gebracht wurde. Die Geschichte selbst fokussiert sich nämlich tatsächlich nur auf diese drei Tage auf der Convention und bietet dadurch gar nicht so viel Abwechslung. Dafür ganz viel Fangirling-Feeling, geek-ige Querverweise auf verschiedene Fandoms, Tumblr und Cosplay, Queerness und frische Verliebtheit.

Cover Queens of Geek

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