AktenEinsicht: Geschichten von Frauen und Gewalt

Wie Frauen nach einer Gewalterfahrung die Selbstachtung, die Selbstbestimmung über das eigene Leben zurückgewinnen, davon erzählt dieses Buch und vermittelt ungewohnte Einsichten in die Arbeit von Justiz und Polizei.

Christina Clemm erzählt in AktenEinsicht exemplarisch von acht Fällen mit körperlicher und sexualisierter Gewalt und wirft einen Fokus darauf, wie die Justiz mit diesen Situationen umgeht und wie sie funktioniert. Hier folgt nun eine Auswahl der Kommentare, die ich beim Lesen ins Buch geschrieben habe. Meine unmittelbaren Emotionen beschreiben wohl besser als alles andere, warum eine Schilderung wie die von Clemm wichtig ist.

  • ich hasse alles
  • WTF
  • ich will kotzen
  • was?
  • WAS?
  • lol halt die Fresse
  • mimimi
  • Typen sind einfach viel zu emotional
  • ALTER!
  • WHAT
  • WTF ist dieser Typ fragil
  • Junge, frag sie halt mal, was sie will
  • wtf ich kann nicht mehr
  • das ist doch ne offene Drohnung
  • burn!
  • fragiler Machtmissbrauch
  • scheiß Lauch ey
  • widerlich
  • FUCK YOU
  • ROT IN HELL
  • widerliches Arschloch
  • es ist so bitter, dass mich das nicht wundert
  • HASS einfach
  • so viel Hass
  • das ist einfach nur feige
  • rassistischer Scheißkerl

Was hier fehlt, sind die zahlreichen Wiederholungen von WTF, WAS oder die vielen Ausrufezeichen neben den erklärenden juristischen Einschüben von Christina Clemm. Die Anwältin stellt in diesem Buch acht fiktive, aber echten Ereignissen nachempfundene, Akten vor, die im Kern die systematische Unterdrückung von Frauen und Gewalt gegen sie gemeinsam haben. Es sind dennoch acht sehr unterschiedliche Fälle; es geht um Polizeigewalt, um Rassismus, um sexualisierte Gewalt in Partnerschaften, Sexarbeit, Machtmissbrauch. Es ist alles andere als einfach, dieses Buch zu lesen. Bitte lest es trotzdem (und achtet dabei auf euch). AktenEinsicht ist eines der wichtigsten feministischen Bücher, die dieses Jahr erschienen sind.

Christina Clemm: AktenEinsicht. Geschichten von Frauen und Gewalt. Kunstmann 2020, 206 Seiten, 20€.

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