Schicksal, Vorhersehung und tote Helden in der Phantastik

Tote Helden Kapitel 1

Es geht los: Das erste Kapitel in Tote Helden von Michael Peinkofer.

Darunter kam ein lederner Beutel zum Vorschein, den er wie einen Schatz an sich presste. Er öffnete den Knebel und zog eine Leier hervor.
»Was soll ich damit?« Der Wirt schüttelte das bullige Haupt, seine Backen hatten längst zu glänzen aufgehört. »Das alte Ding ist keinen Schluck Bier wert!«
»Da irrt Ihr Euch«, versicherte der Fremde, »aber ich hatte auch nicht vor, es einzutauschen. Mein Name ist Rayan, und ich bin Sänger. Als Gegenleistung für eine warme Mahlzeit werde ich Euch und Euren Gästen etwas vorsingen und Euch unterhalten.« (S. 18)

Rayan ist einer der Protagonisten im Auftaktband zu den Legenden von Astray, Tote Helden, von Michael Peinkofer. Er ist ein Sänger, der momentan nicht einfach nur durch die Gegend reist, sondern auf der Suche nach Informationen ist. Wenn er dabei in Wirtshäusern singen und spielen kann, dafür nicht nur Nahrung bekommt, sondern vielleicht auch noch einige Gesprächsfetzen mit anhören kann, ist das natürlich sehr praktisch. Es läuft allerdings nicht immer alles nach Plan und gleich zu Beginn der Geschichte bemerken wir auch, wie das dann aussieht. Die Gäste des Wirtshauses haben sich ein Lied über Seejungfrauen gewünscht, mittendrin muss Rayan allerdings unterbrechen:

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Cassandra, eine künstliche Intelligenz mit Charakter?

Omni Illustration auf Innenklappe

Eine künstliche Intelligenz ist etwas, das schon viel mehr kann als die Maschinen, die es in der heutigen Zeit gibt — zum Beispiel selbstständig handeln oder natürliche Sprache erzeugen —, in dem Begriff selbst schwingt allerdings immer noch etwas wichtiges mit: Diese Intelligenz ist künstlich. Kann etwas Künstliches also Seele und Charakter haben? In diesem Beitrag möchte ich mich dem Schiffsintellekt namens Cassandra im Roman Omni von Andreas Brandhorst widmen und versuchen herauszufinden, ob oder wie sich diese Frage an ihrem Beispiel beantworten lässt. Cassandra wird zunächst nur „Schiff“ genannt und ist das Bordsystem, zuständig für die Navigation, Kommunikation und Beschaffung von Informationen und Daten. Damit ist es vor allem eines: Ständig anwesend. Doch so ganz ohne Namen wirkt dieses System eben genau so, wie ein System und charakterlos. Forresters Tochter Zinnober fällt diese Tatsache recht zu Beginn ihrer Reise auf und es entspinnt sich folgende Unterhaltung:

»Warum nennst du das Schiff immer nur ›Schiff‹?«, fragte Zinnober.
»Was?«
»Warum hast du ihm nie einen Namen gegeben?«
»Es heißt Sonnenwind
»Sie meint mich«, sagte das Schiff.
[…] »Möchtest du einen Namen, Intellekt der Sonnenwind
»Ich habe mir immer einen gewünscht«, erwiderte der Intellekt.
»Na bitte.« Zinnober richtete einen Hast-du-gehört?-Blick auf Forrester.
»Also gut«, sagte er. »Gib ihm einen Namen.«
»Ich nenne dich…« Zinnober zögerte. »Nein, warte. Wie möchtest du gern heißen?«
»Ich bin dir sehr dankbar, dass du mich fragst, Zinnober«, sagte der Intellekt. »Ich würde gern … Cassandra heißen.« (S. 53-54)

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Wie wird aus einem Buch ein Lieblingsbuch?

Zum Thema Lieblingsbücher habe ich mal den Satz geäußert: „Ein Buch ist bei mir nur dann ein Lieblingsbuch, wenn ich es mehrmals gelesen habe.“ Denn wenn mir ein Buch so gut gefällt, dass es zum Lieblingsbuch werden könnte, lese ich es automatisch noch ein weiteres Mal. Und noch mal. Und nächstes Jahr noch mal. Aber auch beim ersten Lesen muss doch etwas passieren, das mir so viel Sehnsucht nach einer Geschichte bereitet, dass ich dieses Buch direkt nach dem Auslesen noch mal lesen möchte. Ich möchte also hiermit versuchen eine mögliche Definition zu finden, wie aus einem Buch ein Lieblingsbuch wird.

Wenn das alles ein Spiel ist, sind wir verloren. Wenn nicht — erst recht.
(aus: Spieltrieb von Juli Zeh)

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Freestyler Blogtour: Interview mit Katja Brandis

Blogtour Freestyler

Herzlich willkommen zum letzten Tag der Freestyler Blogtour. Sabrina hat euch das Buch am ersten Tag bereits ausführlich (aber spoilerfrei!) vorgestellt und Yvonne hat über die Entstehung und Entwicklung von Prothesen und Implantaten berichtet. Bei Ramona ging es weiter mit den Olympics und Paralympics und Susanne hat über den Leistungsdruck im Sport geschrieben. In meinem Beitrag kommt nun die Autorin selbst zu Wort: Ich habe mit Katja Brandis über die Entstehung des Romans und einiges mehr gesprochen. Meine begeisterte Rezension zu Freestyler ist bereits erschienen.

Interview mit Katja Brandis

Cindy: Liebe Katja, schön, dass du dabei bist! Bevor wir zu deinem neuesten Buch kommen, würde ich dich gern bitten dich kurz vorstellen: Mit welchen drei Adjektiven würdest du Katja Brandis, die Autorin, charakterisieren? Und welche drei Stichpunkte beschreiben das Leben der Katja Brandis selbst am besten?

Katja Brandis: Fangen wir mal mit der Autorin an, da schlage ich vor: Neugierig, schreibfreudig, unternehmungslustig. Zu meinem Leben passt am besten: Lachen, Bücher, Natur. Unter Lachen würde ich mal mein Familienleben zusammenfassen – wir haben viel Spaß miteinander, auch wenn’s mit Kind arg durchgetaktet sein kann.  Weiterlesen

Blogtour „Das Schiff“ von Andreas Brandhorst: Intelligente Maschinen

Blogtour Das Schiff

Herzlich Willkommen zur dritten Station der Blogtour zu Das Schiff von Andreas Brandhorst. Bisher konntet ihr schon die ausführliche Rezension bei Teilzeithelden lesen und bei Seitenwinde drehte sich alles um Science Fiction, das Fiegen und den Weltall. Meine Rezension habe ich ebenfalls bereits veröffentlicht. Morgen geht es weiter mit einem Autoreninterview bei Literaturschock und am Freitag gibt es den Podcast mit Carsten Polzin, dem Programmleiter von Piper Fantasy & Science Fiction, bei Hysterika. Heute dreht sich alles um:

Künstliche Intelligenz und Intelligente Maschinen

Unendlich viele Science Fiction-Geschichten haben schon diese eine riesige Furcht des Menschen thematisiert: Wir versuchen so lange künstliche Intelligenz zu programmieren, bis sich die Maschinen schließlich selbstständig machen und uns überflügeln. Einige werden vielleicht den Dialog zwischen HAL 9000 und Dave in 2001: Odyssee im Weltraum kennen, der immer wieder sehenswert ist:

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