Phantastik von Schwarzen Autorinnen: zwei Empfehlungen

Seit vielen Jahren lese ich fast täglich und der überwiegende Anteil meines Lesejahrs besteht aus Phantastik-Titeln. Ich habe nicht schon immer darauf geachtet, wer die Bücher geschrieben hat, die ich gern lese. Zwischendurch sind einige Autor*innen heraus gestochen und dann habe ich gezielt deren Werke gekauft, wie man das eben mit Lieblingsautor*innen so macht. Ansonsten habe ich Klappentexte gelesen oder mir etwas empfehlen lassen. Und so kam es, dass mein Bücherregal irgendwann aussah wie viele andere auch: Bücher von weißen, männlichen Autoren reihten sich aneinander. Das zu bemerken, hat etwas gedauert, aber vor ein paar Jahren kam die Eingebung: Cindy, achte doch mal mehr drauf, von wem du liest! Also fing ich an, meine Regale diverser zu gestalten: mehr Autorinnen, mehr queere Autor*innen, mehr Autor*innen of Color, mehr Schwarze Autor*innen. Seitdem ich gezielt darauf achte, habe ich einige wirklich tolle Romane gelesen und ich möchte euch heute zwei Werke aus der Phantastik vorstellen, die von Schwarzen Frauen geschrieben wurden. Children of Blood and Bone: Goldener Zorn von Tomi Adeyemi reiht sich in die Fantasy ein, Zerrissene Erde von N.K. Jemisin ist ein Science Fiction und Endzeit-Roman. Es freut mich, dass deutschsprachige Verlage immer mehr diverse Bücher verlegen und vieles davon auch übersetzen lassen, sodass Leser*innen hier die Chance bekommen, diese Werke zu lesen und andere Sichtweisen kennenzulernen.

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Antidepressiva, ein persönlicher Bericht #wspd2018

Ein Mädchen mit braunen Haaren, einem blauen Kleid, das ein Buch umklammert und nach unten blickt. Im Hintergrund ein Wald, Bäume mit knorrigen Ästen.

Es war nicht einfach diesen Beitrag zu schreiben und es ist der persönlichste Text, den ich je geschrieben habe. Ich habe Angst davor ihn zu veröffentlichen. Letzte Woche war der #wspd2018, der World Suicide Prevention Day 2018. Dieser Artikel reiht sich in viele weitere Texte zum Thema ein, einige davon werde ich unten verlinken.

Ich nehme seit etwas mehr als vier Wochen jeden Tag eine Tablette. Es handelt sich dabei um SSRI (Selective serotonin reuptake inhibitors, deutsch: Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer), die mir nach vielen Rückschlägen vom Hausarzt verschrieben wurden. Dieses Medikament hat mir das Leben gerettet oder, wenn das zu dramatisch klingt, es hat mir mein Leben so krass erleichtert, dass ich meinen Alltag momentan kaum wiedererkennen kann. Ich möchte hier über Vorher und Nachher schreiben, über meinen Alltag mit Depression und über meinen Alltag mit Depression und Antidepressivum. Ich bin keine Fachperson und kann hier nicht aus einer medizinischen Position schreiben, sondern nur über meine eigenen Erfahrungen berichten. Bitte beachtet das beim Lesen. Bitte achtet beim Lesen auch auf euch selbst und auf eure Stimmung. Viele Erfahrungen, die ich hier schildere, enthalten Suizidgedanken (aber keinen Suizidversuch oder ähnliche Beschreibungen). Für den gesamten Beitrag gilt also:

CN Depression, (passive) Suizidgedanken

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J.K. Rowling hat sich selbst vom Thron gestoßen

Ein Foto, auf dem fünf Harry Potter-Bände zu sehen sind, die auf grünem Rasen stehen

Die ersten Ausgaben der Harry Potter-Bände, die ich damals häufig gelesen habe. Band 3 und 4 besaß ich in dieser Ausgabe nie, habe sie aber einige Male in der Bücherei oder bei einer Freundin ausgeliehen.

CN: Erwähnungen und Beispiele von Homo- und Transfeindlichkeit, Erwähnung von Gewalt

Viele Jahre habe ich J.K. Rowling als Lieblingsautorin bezeichnet. Ich bin mit Harry Potter aufgewachsen und möchte diese Geschichten nicht mehr missen. Wenn andere Leute diese Bücher noch nicht kannten, habe ich sie so lange bequatscht, bis sie sie endlich lesen wollten. Ich habe ein Tattoo mit einem Zitat aus Harry Potter. All das würde ich jetzt nicht mehr machen oder behaupten. Denn ich habe angefangen zu verfolgen, was Rowling beispielsweise auf Twitter sonst noch so äußert, und bemerkt: hey, da ist ziemlich viel echt uncool, und mittlerweile will ich einfach nichts mehr von ihr wissen.

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Alternativen von Leif Tewes

Alternativen ist ein Buch, das zwischen den zunächst unauffälligen Deckeln eine Geschichte offenbart, die es in sich hat. Weil sie so sehr an unsere politische Realität der letzten Monate und Jahre erinnert, dass es mir beim Lesen Gänsehaut bereitet hat. Der Autor Leif Tewes ist zur Recherche für diesen Krimi in die AfD eingetreten, um die Menschen, die sich dort treffen, mal genauer unter die Lupe zu nehmen. Das ist schon ein ganz neues Level der Selbstaufopferung. Der Protagonist Thomas und seine Erlebnisse entspringen wahrscheinlich zum Teil aus dieser Recherche. Diesen kann man wohl als einen besorgten Bürger bezeichnen und als Konsequenz tritt dieser auf den ersten Seiten des Krimis in die Partei „Die besseren Deutschen“ ein. Neben Thomas begleiten wir in einigen Kapiteln auf noch Farim und den IS sowie Kommissar Berg, der bei der Polizei mit politischen Machenschaften zu tun bekommt.

Cover Alternativen

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Gegen Rechts auf der Frankfurter Buchmesse

In der Planung der Frankfurter Buchmesse 2017 ist noch sehr viel mehr schief gelaufen, als ich anfänglich befürchtet hatte. Verlage, die rechtsextreme Texte und Bücher verkaufen, durften diese an ihren Ständen anpreisen und gewaltbereite Menschen aus dem rechtsextremen Spektrum, der Identitären Bewegung und der AfD einladen. Als Gegenpol wurden linke Verlage und Stiftungen ganz in der Nähe der rechten Verlage positioniert.
„Jaja, macht ihr mal nur“, dachte sich da wohl die Buchmesse, „wenn ihr dort mit euren Ständen gegen Rechts kämpft, dann wird das schon reichen.“ Und damit hat sich die Buchmesse schön aus der Affäre gezogen, anderen Ständen die Verantwortung übergeben und hatte selbst keine Arbeit mehr. Hinterher kann man ja immer noch sagen: Die Linken haben zu wenig gemacht. Wahlweise auch gern: Die Linken haben angefangen. Oder auch: Eine schwurbelige Pressemitteilung verfassen, die ganz in Trump-Manier „beiden Seiten“ die Schuld in die Schuhe schiebt, aber Hauptsache nicht sich selbst. Rechte Verlagsstände und Veranstaltungen wurden hier von offiziellen Sicherheitskräften der Messe Frankfurt sowie von selbsternannten Securitys beschützt, Gegendemonstrant*innen wurden, wie beispielsweise am Samstagabend, des Geländes verwiesen.

#fbm17 #verlagegegenrechts

#verlagegegenrechts-Lesezeichen, mehr Informationen zu diesem Projekt gibt es bei Zoë Beck.

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