Gegen Rechts auf der Frankfurter Buchmesse

In der Planung der Frankfurter Buchmesse 2017 ist noch sehr viel mehr schief gelaufen, als ich anfänglich befürchtet hatte. Verlage, die rechtsextreme Texte und Bücher verkaufen, durften diese an ihren Ständen anpreisen und gewaltbereite Menschen aus dem rechtsextremen Spektrum, der Identitären Bewegung und der AfD einladen. Als Gegenpol wurden linke Verlage und Stiftungen ganz in der Nähe der rechten Verlage positioniert.
„Jaja, macht ihr mal nur“, dachte sich da wohl die Buchmesse, „wenn ihr dort mit euren Ständen gegen Rechts kämpft, dann wird das schon reichen.“ Und damit hat sich die Buchmesse schön aus der Affäre gezogen, anderen Ständen die Verantwortung übergeben und hatte selbst keine Arbeit mehr. Hinterher kann man ja immer noch sagen: Die Linken haben zu wenig gemacht. Wahlweise auch gern: Die Linken haben angefangen. Oder auch: Eine schwurbelige Pressemitteilung verfassen, die ganz in Trump-Manier „beiden Seiten“ die Schuld in die Schuhe schiebt, aber Hauptsache nicht sich selbst. Rechte Verlagsstände und Veranstaltungen wurden hier von offiziellen Sicherheitskräften der Messe Frankfurt sowie von selbsternannten Securitys beschützt, Gegendemonstrant*innen wurden, wie beispielsweise am Samstagabend, des Geländes verwiesen.

#fbm17 #verlagegegenrechts

#verlagegegenrechts-Lesezeichen, mehr Informationen zu diesem Projekt gibt es bei Zoë Beck.

Weiterlesen

Im Glashaus gefangen zwischen Welten von Devakumaran Manickavasagan

Cover Im Glashaus gefangen zwischen Welten

Das Ergebnis der Bundestagswahl 2017 beweist noch mal mehr, wie wichtig es ist, dass Bücher mit und über Menschen mit Migrationshintergrund existieren und gelesen werden. In Im Glashaus gefangen zwischen Welten: Ein Leben zwischen zwei Kulturen erzählt Devakumaran Manickavasagan von seinen Erfahrungen, seiner Familie, der tamilischen Kultur und einem Leben mit diesem Hintergrund in Deutschland. Sein Vater kam zunächst allein nach Deutschland, bis einige Jahre später seine Mutter mit Devakumarans Geschwistern vor dem Bürgerkrieg in Sri Lanka fliehen konnte. Nicht nur die Ankunft der Eltern in Deutschland wird beleuchtet, sondern auch die Kindheit und Jugend des Autors sowie die einiger weiteren Tamil*innen im Exil, mit denen er gesprochen hat.
Weiterlesen

Seenotrettung und Suppen für Syrien

Ende März 2017 erschien die deutsche Ausgabe des Kochbuchs „Suppen für Syrien“ von Barbara Abdeni Massaad, mit einem Vorwort von Rafik Schami, im DuMont Verlag. Doch es ist mit den 80 Rezepten aus aller Welt nicht nur ein reines Kochbuch, sondern hilft direkt Menschen in einem Flüchtlingscamp in Beirut, Libanon. Die Gewinne aus dem Verkauf des Kochbuches gehen zu 100% an Schams e.V. und helfen dort geflüchteten Kindern und Jugendlichen. Elif hat bereits ausführlich über die Organisation berichtet. Zusätzlich hat Mareike über einen Teil der Fluchtursachen geschrieben: Den Bürgerkrieg in Syrien. Ich möchte mich heute einem Thema widmen, das für die Flüchtenden wichtig ist, die nicht in einem Camp unterkommen konnten, das für sie sorgen kann und in dem sie (so) sicher (wie möglich) sind. Solche Menschen also, die zum Beispiel den Weg über das Mittelmeer nach Europa wagen müssen.

Früher

1819 stellte der französische Künstler Théodore Géricault sein Gemälde „Das Floß der Medusa“ fertig, das heute im Louvre hängt. Es zeigt eine Szene, die sich einige Jahre zuvor ereignet hatte: Die Fregatte „Méduse“ lief auf Grund, konnte sich nicht mehr befreien und hatte für die Rettung der 400 Menschen nur sechs Boote zur Verfügung. Aus Masten und weiteren Teilen der „Méduse“ wurde also ein Floß gebaut, das die restlichen rund 150 Menschen aufnehmen musste. Natürlich war es nicht seetüchtig und am Ende überlebten nur 10 Menschen. Forderungen nach menschenwürdiger Seenotrettung wurden daraufhin seitens europäischer Gesellschaften laut. Géricault schuf dieses Gemälde als Erinnerung an diesen grauenvollen Vorfall [1].

Das Floß der Medusa, Théodore Géricault

Das Floß der Medusa, Théodore Géricault, Öl auf Leinwand

Weiterlesen