Unruh: Das Ticken des Uhrwerks von Mia Faber

Unruh: Das Ticken des Uhrwerks ist ein Buch, das mich mit seiner einzigartigen Atmosphäre 600 Seiten lang komplett mitgezogen hat. In einer Welt, in der vor ungefähr 160 Jahren etwas passiert ist, an das sich niemand mehr erinnern kann, begleiten wir die junge Saya zu einem Ereignis, das alle sieben Jahre stattfindet: Die Meisterhüter treffen sich an einem Wegstein, um dort drin Wissen aus dem Davor zu sammeln und den Menschen bringen zu können. Saya ist mit einem Mal auf der Stirn in Form eines Zahnrades geboren und wurde nun von ihren Eltern zum großen Treffen geschickt, um ihren Lehrer zu treffen. Das Mal verleiht nicht nur magische Fähigkeiten, die geübt werden müssen, sondern lässt die Träger*innen auch das Ticken des Uhrwerks hören, das alles zu bestimmen scheint. Hüter, so werden die Menschen mit dem Mal genannt, sind in großen Teilen der Welt hoch angesehen, doch in einigen Gebieten hat sich der Aberglaube gefestigt, dass Kinder mit dem Mal einen Fluch mitbringen. Als Saya, die arm, aber behütet aufgewachsen ist, sich auf den Weg macht, um ihren Lehrer zum ersten Mal zu treffen, ahnt sie noch gar nichts von der Welt außerhalb ihres Dorfes — und muss schließlich härter als gedacht an ihren Fähigkeiten arbeiten.

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Erasmus Emmerich und die Maskerade der Madame Mallarmé von Katharina Fiona Bode

Das verrückteste Buch, das ich dieses Jahr gelesen habe, ist sehr wahrscheinlich dieses hier. Erasmus Emmerich und die Maskerade der Madame Mallarmé ist bereits so ein wunderbar klangvoller Name. Ich kannte schon die erste Kurzgeschichte mit Erasmus Emmerich und eine weitere Geschichte mit einem anderen, nicht minder verrückten und kreativen Protagonisten aus der Feder von Katharina Fiona Bode. Umso toller ist es also, dass es ihre kreativen Ideen nun auch in Romanlänge gibt. Seitenweise Wortwitz, skurrile Erfindungen und liebenswürdige Dialoge und Neckereien, wie habe ich mich darauf gefreut! Kleines Fazit vorweg: Selbst die Romanlänge war noch viel zu kurz und viel zu schnell vorbei.


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Funtastik: Skurrile und vielseitige Geschichten

Humor ist ja bekanntlich so eine Sache und wie vieles andere höchst abhängig vom Geschmack. Auch bei mir hat er es nicht immer leicht und deshalb bin ich bei humorvollen Geschichten zunächst skeptisch. Trifft es meinen Humor nicht, und das kommt leider recht häufig vor, so hat das ganze Buch kaum noch eine Chance. Auf Funtastik wollte ich mich aber dennoch voll stürzen, denn zwischen den 14 Geschichten muss auch etwas für mich dabei sein. Und genauso war es dann auch. Funtastik ist eine unglaublich vielfältige und abwechslungsreiche Anthologie voller humorvoller Geschichten aus der Phantastik, von High Fantasy über Steampunk zu Science Fiction – oder auch eine Mischung aus allem. Skurril, witzig, einfallsreich und absichtlich klischeehaft, das sind nur einige Begriffe, die diese Kurzgeschichtensammlung beschreiben. Weitere Details möchte ich gern in den Besprechungen der einzelnen Werke preisgeben.

Cover Funtastik
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Phoenix — Tochter der Asche von Ann-Kathrin Karschnick

Cover Phoenix - Tochter der Asche

Für Phoenix — Tochter der Asche hat Ann-Kathrin Karschnick 2014 den Deutschen Phantastik Preis in der Kategorie Bester deutschsprachiger Roman in Empfang nehmen dürfen, deshalb war ich natürlich umso gespannter auf dieses Buch. Ann-Kathrin selbst hat ihre Phoenix-Reihe auf einer Lesung mal als Teslapunk-Dystopie beschrieben, klingt nach einem geilen Konzept, oder? Teslapunk ist wie Steampunk, nur eben nicht mit Dampfmaschinen, sondern mit den Erfindungen von Nicola Tesla. Die Geschichte selbst hat zwei Protagonisten, deren Sichtweisen abwechselnd erzählt werden: Zum einen den Ermittler der Kontinentalarmee Leon, der eine ungewöhnliche Mordserie aufklären soll, zum anderen die Phoenix Tavi, eine der letzten ihrer Art in Hamburg, wenn nicht gar ganz Europa, die ihr wahres Ich unbedingt vor der Kontinentalarmee und den herrschenden Saiwalo verstecken muss.
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The Greyfriar von Clay und Susan Griffith (gelesen von James Marsters)

Cover Vampire Empire: The Greyfriar

Ja, ich gebe es ganz offen zu: Dieses Hörbuch habe ich nur gekauft, weil es von James Marsters (Spike aus Buffy the Vampire Slayer) gelesen wird. Als ich erfahren habe, dass er sich nun schon seit Längerem als Sprecher betätigt, war ich richtig aus dem Häuschen. Er spricht Spike fabelhaft, was soll da schon beim Vorlesen schief gehen? Nach diesem Hörbuch kann ich guten Gewissens sagen: Gar nichts. Er spricht super. Man kann ihm gut folgen, die Personen betont er individuell und seine Akzente sind der Knaller. Das erste englische Hörbuch überhaupt oder seit Jahren sollte es allerdings vielleicht doch nicht sein, ich könnte mir vorstellen, dass man dann viel verpasst. Auf Audible gibt es eine Hörprobe. Und die Geschichte selbst, hach! Hätte ein anderer Sprecher vorgelesen, wäre ich da wohl nie dran gegangen. Danke, James Marsters, dass du dafür gesorgt hast, dass ich diese Großartigkeit nicht verpasse.
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