Geheimnisse von Blut und Liebe: Machtsteine von Elke Aybar

Cover MachtsteineMachtsteine, Band Zwei der Geheimnisse von Blut und Liebe-Reihe, startet genau dort, wo der erste Band Dunkle Jagd aufgehört hatte. Da es sich um eine Fortsetzung handelt, werde ich zum Inhalt nur kurz etwas sagen (insgesamt enthält diese Rezension milde Spoiler zum ersten Band): Die Gruppe um Aurelie wurde am Ende vom ersten Band in eine Welt katapultiert, die man zwar schon kennengelernt hatte, aber noch nicht komplett verstehen konnte. Und genau das ist auch der Clou dieser Geschichte. Nicht nur die neue Welt, die sich im ersten Band schon spannend angekündigt hat, lernen wir hier näher kennen, gleichzeitig verwandelt sich der Roman von einem Urban Fantasy zu einem High Fantasy Roman. Da letzteres mein liebstes Genre überhaupt ist, habe ich natürlich gejubelt und fand Machtsteine gleich noch mal besser als Dunkle Jagd, obwohl ich das auch schon sehr gut bewertet hatte.

Mit der neuen Welt namens Lyathos wird auch ein komplett neuer Handlungsstrang eingeführt. Aurelies Ex-Mann Demian kommt hier auch endlich selbst zu Wort und gleich zu Beginn wird klar, dass er ein überraschendes Geheimnis in sich trägt. Ihm dürstet es zudem immer noch nach Rache für all das, was Aurelie ihm angetan hat: Für ihn sind es nicht nur die aufgezwungenen Tattoos, sondern er fühlt sich, als hätte sie ihn verflucht, und das will er natürlich rückgängig machen.

Der andere Handlungsstrang ist wieder wie gewohnt bei Aurelie und den Vampiren, die aus Band Eins schon bekannt sind, nur dass sie diesmal gezwungen sind aufeinander zu hocken. Die vorherigen Abenteuer haben die kleine Gruppe zwar zusammengeschweißt, dass sie sich deshalb auf einmal bestens verstehen, ist allerdings eine andere Sache. Wortgefechte, Widerworte und genervte Blicke sind erst mal an der Tagesordnung, blöd für die beteiligten Personen, witzig für die Leser. Im ersten Band konnte man die Truppe zwar schon kennenlernen, allerdings wird hier sehr deutlich, dass einige ihre ganz speziellen verborgenen Eckchen haben. Niemand ist so, wie er sich nach außen gibt, und in Machtsteine wird dies auf eine eindrückliche und spannende Weise nach und nach aufgedeckt. Einige Charaktere, die vorher nur Nebenfiguren waren, erhalten genau dadurch ganz viel Tiefe.

Elke Aybars Schreibstil ist wie auch im ersten Band unglaublich fesselnd. Die verschiedenen Sichtweisen wurden auf ganz unterschiedliche und zu den Charakteren passende Weise geschrieben, sodass es hier von Kapitel zu Kapitel viel Abwechslung gibt. Die Dialoge sind teilweise witzig oder regelrecht skurril (bei unserer außergewöhnlichen Aurelie weiß man ja nie!), teilweise ernst und nachdenklich. Ein bisschen was fürs Herz wird dem Leser auch geboten: Es entwickelt sich hier ganz langsam eine sehr niedliche Romanze, die sich aber nicht in den Vordergrund drängt. Doch das Beste kommt natürlich zum Schluss: Mit Lyathos hat die Autorin diese Reihe ins Genre High Fantasy katapultiert und das hat einfach super gut funktioniert. Nicht nur vom Plot her hat es gut und logisch gepasst, sondern auch die bildgewaltige Sprache, die die neue Umgebung vor dem inneren Auge erstehen lässt, passt hier perfekt. Elodys kleines Gasthaus hatte im ersten Band immer schon einen magischen und geheimnisvollen Anklang, mit der Einführung von Lyathos können sich die magischen und faszinierenden Orte viel weiter ausbreiten. So lernen wir beispielsweise eine sehr interessante Stadt kennen, die nicht nur vom Erscheinungsbild her, sondern auch von den gesellschaftlichen Normen, die sich dort gebildet haben, spannend und neu ist und auch durch den Schreibstil ganz eindringlich beschrieben wird.

Geheimnisse von Blut und Liebe ist eine Reihe, die ich auch nach der Lektüre des zweiten Bandes sehr gerne empfehle, weil sie viele neue, fantasievolle Elemente enthält. Vampire werden hier in ein ganz anderes Licht gerückt, versuchen sogar wissenschaftlich zu ergründen, wie Blut von Menschen und auch das von Vampiren wirken kann. Die neue Welt Lyathos bringt dazu noch viele weitere phantastische Elemente in die Geschichte ein, deren Entdeckung beim Lesen viel Freude bereitet hat.


Reiheninformation:

#1: Dunkle Jagd
#2: Machtsteine
#3: Noch ohne Titel


Über die Autorin:

Elke Aybar lebt mit ihrer Familie in der Nähe von Heilbronn. Ihr Traum ist es, mit der Familie, Freunden, Pferden, Hühnern, Hunden und Katzen irgendwo im Süden auf einem riesigen Anwesen zu wohnen. Am liebsten mit Badesee und angrenzendem Wald. Regelmäßig zu Weihnachten wünscht sie sich wenigstens das kleine Schreibhäuschen von Cornelia Funke (Frau Funke, wenn Sie das hier zufällig lesen … ).

Wenn Elke nicht schreibt, kocht sie gerne – meistens jedoch zu scharf und zu kreativ für den Familiengaumen. Es gibt da eine Geschichte, in der eine beachtliche Menge Ingwer die Hauptrolle spielt und eine noch größere Portion Liebe, denn die Suppe wurde anstandslos ausgelöffelt.

Den Lesern nahe zu sein, ist ihr wichtig, und sie freut sich über regen Kontakt. Am besten erreicht man sie über ihre Homepage: elke-aybar.com


Elke Aybar: Geheimnisse von Blut & Liebe: Machtsteine. Selbstverlag. 2015. 356 Seiten, 12,84€ (Taschenbuch), 3,99€ (Ebook).

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