Kalypto: Die Magierin der Tausend Inseln von Tom Jacuba

Cover Kalypto 2

Als ich den zweiten Band der Kalypto-Reihe von Tom Jacuba zum ersten Mal in meinen Händen halten durfte, war ich im siebten Himmel. Nicht nur, dass ich endlich nicht mehr warten musste, um zu erfahren, wie die Abenteuer von Lasnic, Ayrin, Lauka und Catolis weitergehen würden; ich habe mich auch unendlich darüber gefreut, dass dieses Buch noch dicker ist und noch dichter beschrieben als der erste Band. Das ist gut, das ist richtig, diese Geschichte braucht Platz und es ist so schön sich beim Lesen voll auf diese große Welt einzulassen.

Die Magierin der Tausend Inseln schließt genau am Episodenende von Die Herren der Wälder an. Zum genauen Inhalt des zweiten Bandes möchte ich gar nicht viel verraten, denn dies ist eine spoilerfreie Besprechung. Die Magier des untergegangenen Reiches Kalypto sind weiterhin auf der Suche nach dem stärksten Volk, mit dem sie das Reich auferstehen lassen können. Dabei schrecken sie weder vor Gräueltaten noch vor Sklaverei zurück, denn das neue Kalypto ist das oberste Ziel und jedes Mittel ist recht. Die Magier führen also verschiedenste Völker dieser Welt gegeneinander in den Krieg, schüren Intrigen und Hass und machen vor nichts Halt. Der zweite Band erzählt insgesamt von diesem übergreifenden Konzept sowie von den Einzelschicksalen verschiedener Menschen aus den besagten Völkern: Ayrin, die Königin von Garona, und ihre Halbschwester Lauka, Lasnic vom Waldvolk und die Magierin Catolis.

Gleich auf den ersten Seiten ist mir eines direkt klargeworden: Das ist wie nach Hause kommen. Tom Jacuba beschreibt und erzählt die Welt wieder detailreich und atmosphärisch. Ich konnte so gut eintauchen in die Umgebung während der Reisen von Lasnic und Ayrin, wollte gar nicht mehr auftauchen, obwohl doch gerade Krieg herrscht und im Grunde überhaupt nichts schön, sondern unglaublich beängstigend ist. Ich konnte mich über Lauka ärgern, wollte ihr ständig den Hals umdrehen und habe mich pausenlos aufgeregt. Genau diese Emotionen, diese Atmosphäre, all das, was beim Lesen auf mich übergesprungen ist, das hat dieses Buch sogar noch lesenswerter gemacht als den ersten Band. Genial. Einfach genial. Insgesamt umfasst dieses Buch einen wesentlich kürzeren Zeitraum als noch Band 1, in dem zusätzlich die Vorgeschichten zu den einzelnen Charakteren erzählt wurden. Dennoch ist natürlich auch der zweite Band derart voll von Handlung, Abenteuern, Action und Worldbuilding, dass ich beim Lesen kaum zum Aufatmen kam. Alles richtig gemacht also. Dazu kommt noch, dass sich die Konflikte immer weiter zuspitzen und dadurch noch mal mehr Spannung und Emotionen erzeugt werden. Auch in Band 2 hat Tom Jacuba seine Sprache, seinen Schreibstil wieder perfekt an den jeweiligen Charakter und das Umfeld angepasst. Kreativ, abwechslungsreich und — natürlich — genial.

Nach der Lektüre des zweiten Bandes kann ich die Kalypto-Reihe von Tom Jacuba nur umso mehr empfehlen. High Fantasy-Leser_innen, die großartige Welten, epische Quests und eine spannende, sowohl action- als auch emotionsgeladene Handlung mögen, werden hier voll auf ihre Kosten kommen.


Reiheninformation:

#1: Kalypto – Die Herren der Wälder
#2: Kalypto – Die Magierin der Tausend Inseln
#3: Kalypto – Der Wächter des schlafenden Berges (August 2016)


Tom Jacuba: Kalypto – Die Magierin der Tausend Inseln. Bastei Lübbe. 2016. 606 Seiten, 12€.


Herzlichen Dank für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares an Bastei Lübbe.

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