Montagsfrage #4: Wie schafft es eine Hauptfigur, sich bei dir unbeliebt zu machen?

Montagsfrage

Die Montagsfrage ist eine Aktion, die bei Buchfresserchen stattfindet. Dort stellt Svenja jeden Montag eine neue Frage zum Thema Bücher.

Wie schafft es eine Hauptfigur, sich bei dir unbeliebt zu machen?

Das Schlimmste für mich ist gar nicht etwas, das eine Hauptfigur machen kann, sondern etwas, das der/die Autor_in nicht gemacht hat: Und zwar dem Charakter Tiefe geben. Solange eine Figur blass, flach oder klischeehaft bleibt, kann sie sich bei mir gar nicht beliebt machen. Nun ja, unbeliebt deshalb auch nicht wirklich, denn sie wird bei mir nicht viel auslösen. Natürlich gibt es auch noch konkrete Eigenschaften oder Handlungen, die mich genervt aufstöhnen lassen:

Wenn die Hauptfigur…

  • … eine Mary Sue ist.
  • … ein Dummchen ist, das es das ganze Buch über nicht schafft, sich selbstständig Gedanken über eine Lösung zu machen, sondern immer nur springt, wenn jemand anderes etwas vorschlägt. Fast noch schlimmer ist es, wenn dann logik-, sinn- und intelligenzfrei doch noch versucht wird irgendwas zu erreichen. Oder wenn man als Leser ständig 100 Seiten vor der Hauptfigur kapiert, was abgeht.
  • … sich nicht entscheiden kann. Dass man vor wichtigen Entscheidungen mal kurz das Für und Wider abwägt, ist ja ok, aber ich kann es überhaupt nicht leiden, wenn eine Entscheidung durchs ganze Buch oder sogar durch die ganze Trilogie gezogen wird. Deshalb kann ich auch Dreiecksgeschichten überhaupt nicht ab, und sobald ich im Klappentext oder in einer Rezension nur den kleinsten Hinweis finde, dass es ein Liebesdreieck geben könnte, mache ich einen großen Bogen um das Buch.

Diese Liste könnte ich bestimmt noch weiterführen, aber oft kommt es doch auch auf das Setting an, ob etwas nervt oder plötzlich doch ganz gut passt.

Ansonsten müssen mir Hauptfiguren gar nicht immer sympathisch sein, denn ein Buch kann auch gut sein, wenn der/die Protagonist_in ein unsympathisches Ekelpaket ist. Manche Charaktere sind gar nicht dazu gedacht, dass ich mich mit ihnen „anfreunde“, und dann ist es doch das beste Kompliment an den/die Autor_in, wenn ich diese überhaupt nicht leiden kann. Für mich schmälert es das Lesevergnügen (meistens) nicht.

Ich wünsche euch eine schöne Woche!
Cindy

12 Kommentare

  • Huhu!

    Hihi, ich habe früher sehr gerne Fanfiction gelesen, und da tummeln sich die Mary Sues ja zuhauf… Vor allem in der Harry Potter Fanfiction fand ich das unerträglich! Ich weiß gar nicht, über wieviele Mary Sues ich gestolpert bin, in die sich Harry direkt verliebt, oder die aus Snape einen geläuterten Gutmenschen machen.

    Dreiecksgeschichten sind meist grauenhaft – es gibt nur sehr wenige Bücher, in denen eine Dreiecksgeschichte tatsächlich Sinn macht und für die Handlung wirklich wichtig ist.

    HIER ist mein Beitrag für heute.

    LG,
    Mikka

    • Snape ist ja überhaupt so ein Charakter, der so wahnsinnig beliebt ist in Harry Potter. Ich kann es ehrlich gesagt nicht wirklich verstehen. Trotz dass er am Ende doch nicht so ganz so war wie er sich die ganze Zeit gegeben hat, ändert das ja nicht daran wie fies und wiederlich er vorher die ganze Zeit war. Aber irgendwie sehen in ihn viele nur deswegen was hinter seiner Geschichte steckt den absoluten Held. KP wieso.

      • Ich verstehs auch nicht. Snape ist ein Arsch. Kann doch nicht sein, dass das ein ganzes Fandom so verklärt sieht.

        Aber gut, der wurde ja schon vorher angehimmelt. Es liegt da wohl nahe, dass man den Schluss als Beweis sieht, dass er ein toller Typ ist. Ich kanns mir nur so erklären.

        • ja so sehe ich das auch mit Snape. Anders kann ich es nicht erklären. Wobei vielleicht liegts auch am Schauspieler. Er verkörpert Snape gut, das schon, aber er wird ja auch sehr angehimmelt. Aber besonders die ersten Teile waren die Szenen mit Snape mir richtig unheimlich und das kann ich nicht so einfach vergessen.

          • Ja, Snape. Na klar wird er im Grunde am Ende zum Helden, aber das entschuldigt sein ekliges Verhalten in den ersten sechs Bänden nicht komplett. Es mag einige Handlungen erklären, besonders das im Zusammenhang mit Dumbledore, aber Harry gegenüber war er ein Arsch. Du hast allerdings Recht: Alan Rickman hat den Charakter wirklich wirklich geil herausgearbeitet.

    • Oder solche Mary Sues, die aus Malfoy mit ihrem blendenden Aussehen direkt einen handzahmen und romantischen Jungen gemacht haben. Hach ja, da werde ich direkt nostalgisch!

  • Huhu Cindy :)

    Sehr interessante Aspekte, die ich ähnlich empfinde :D Hin und wieder lese ich aber auch gerne ein klischeehafte Dreiecksbeziehung, erwarte dementsprechend auch nicht, die weibliche Hauptfigur zu mögen xD
    Ich kann aber auch durchaus Figuren mögen, die keine durchdringende Tiefe besitzen, vorausgesetzt ist, dass ich es nicht erwartet habe (bestimmte Genres sehen das ja nicht so eng), andererseits kann ich manchmal auch Figuren nicht leiden, die zwar wunderbar dreidimensional skizziert worden sind, aber EIgenschaften besitzen (zB Drogenmissbrauch), die ich einfach nicht abkann ^^

    Liebste Grüße

    • Hallo Laura!
      Ein paar meiner Lieblingsbücher enthalten sogar Dreiecksgeschichten (z.B. Hunger Games), aber die stehen nicht im Vordergrund und dann kann ich es manchmal aushalten. Aber wenn es eben die ganze Zeit nur um „Für wen entscheidet sie sich nur?“ geht, dann kann ich das überhaupt nicht ab!

      Oh ja, Drogenmissbrauch und dann wahrscheinlich auch noch total unreflektiert und „das ist alles voll geil“ und so. Daran hatte ich gar nicht gedacht und sehe das so wie du. Da kann die Figur noch so gut ausgearbeitet sein, das möchte ich dann aber lieber doch nicht lesen.

      LG Cindy

  • … sich nicht entscheiden kann. Dass man vor wichtigen Entscheidungen mal kurz das Für und Wider abwägt, ist ja ok, aber ich kann es überhaupt nicht leiden, wenn eine Entscheidung durchs ganze Buch oder sogar durch die ganze Trilogie gezogen wird. Deshalb kann ich auch Dreiecksgeschichten überhaupt nicht ab, und sobald ich im Klappentext oder in einer Rezension nur den kleinsten Hinweis finde, dass es ein Liebesdreieck geben könnte, mache ich einen großen Bogen um das Buch.

    Amen. Geht mir genauso. Sowas ist stinklangweilig.

    • ich bin zweigeteilt was Dreiecksbeziehungen angeht. Mal mag ich es und dann geht es mir total auf denk Keks. Besonders wenn es dann nichts halbes und ncihts ganzes ist kann ich es gar nicht ab. LG Corly

    • Ich verdrehe auch ehrlich gesagt immer die Augen, wenn ein dritter Band mit „Für wen entscheidet sie sich? Spannung pur“ oder so ähnlich angepriesen wird. GÄHN!

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