Noch ungelesen #1: Kurzgeschichtensammlungen

In der Kategorie Noch ungelesen stelle ich euch Bücher eines bestimmten Genres von meinem SuB (Stapel ungelesener Bücher) vor. Mein SuB bietet mir jeden Tag ganz viel Auswahl und mit diesem Format möchte ich nicht nur euch einige dieser Bücher zeigen, sondern sie mir auch selbst in Erinnerung rufen.

Heute: Kurzgeschichtensammlungen.

Noch ungelesen #1

Ich liebe Kurzgeschichten, weil sie trotz oder gerade aufgrund ihrer Kürze immer eine tiefe Botschaft haben. Um eine Kurzgeschichte zu lesen, brauche ich oft länger als für ein langes Kapitel in einem anderen Buch. Man muss sie interpretieren, man kann sich so oft eigene Gedanken machen. Manchmal sind sie eine Offenbarung, andere Male sucht man vergebens nach dem Sinn. Jeden Tag eine Kurzgeschichte, hatte ich mir vor vielen Monaten mal vorgenommen. Hat natürlich nicht geklappt, aber das macht gar nichts. Sie lassen sich eben nicht in bestimmte Zeitabschnitte zwängen.


Neil Gaiman: Trigger Warning: Short Fictions and Disturbances

Cover Trigger WarningVon Neil Gaiman kenne ich bereits die beiden anderen Kurzgeschichtensammlungen: Fragile Things und Smoke and Mirrors, wobei mir ersteres besser gefallen hat. Auch seine sonstigen Werke haben mich bisher immer überzeugen können (momentan lese ich seine Graphic Novel-Reihe The Sandman) und ich springe vor Freude immer im Kreis, wenn ein neues Buch von ihm angekündigt wird. Auch Trigger Warning klingt mal wieder unglaublich interessant:
„In this new anthology, Neil Gaiman pierces the veil of reality to reveal the enigmatic, shadowy world that lies beneath. […] Trigger Warning explores the masks we all wear and the people we are beneath them to reveal our vulnerabilities and our truest selves. Here is a rich cornucopia of horror and ghosts stories, science fiction and fairy tales, fabulism and poetry that explore the realm of experience and emotion“ (Quelle: Harper Collins).
Das klingt wieder nach Neil Gaiman’s typischen Geschichten mit Tiefgang, die durch bestimmte Eigenschaften (wie ganz spezielle Elemente des magical realism) immer zu etwas Besonderem werden.


Karen Köhler: Wir haben Raketen geangelt

Cover Wir haben Raketen geangeltAllein dieser Titel hätte ausgereicht, dass ich dieses Buch unbedingt lesen muss, dazu dieses unglaublich interessante Cover und natürlich die sehr positiven Besprechungen in der Presse und auf Blogs. Wie ich es vom Hanser Verlag schon gewöhnt bin, hat dieses Buch auch noch eine unglaublich gute Qualität. Ich denke, dass ich noch nirgends sonst so feste und robuste Schutzumschläge gesehen habe. Aber das ist natürlich nur ein i-Tüpfelchen, es geht doch vielmehr um den Inhalt, der im Klappentext schon so poetisch zusammengefasst ist:
„Es gibt diesen Moment, in dem das eigene Universum zerbricht und weit und breit kein neues in Sicht ist: Eine junge Frau sitzt mittellos und nahezu dehydriert vor einer Tankstelle im Death Valley. Als plötzlich ein Indianer vor ihr steht und ihr das Leben retten will, glaubt sie zu phantasieren. Doch das Universum setzt sich nach seinen eigenen Regeln wieder zusammen. Schon bald teilen sich die beiden einen Doppelwhopper, gehen gemeinsam ins Casino und stranden schließlich in einem dieser schäbigen Motels, die es eigentlich nur im Film gibt. Karen Köhlers Erzählungen sind getragen von einer fröhlichen Melancholie und einer dramatischen Leichtigkeit. Ihre Figuren sind wahre Meisterinnen im Überleben“ (Quelle: Hanser).


 Neil Gaiman (Hrsg.): Unnatural Creatures

Cover Unnatural CreaturesNoch mal Neil Gaiman, diesmal allerdings als Herausgeber. Als Autor selbst ist er hier mit einer Geschichte vertreten und umgibt sich mit 15 weiteren Autoren, darunter Peter S. Beagle und Edith Nesbit. Die schöne Aufmachung, die hier schon auf dem Cover zu sehen ist, wird auch innen von Illustratorin Briony Morrow-Cribbs fortgeführt. Für mich machen solch kleine Bildchen im Text immer ein extra schönes Leseerlebnis aus. In diesem Band geht es, wie der Titel schon verrät, um nicht natürliche Wesen und darum, wie verschiedene Autoren diese interpretieren und erleben. Da ich ein großer Fantasy-Fan bin, freue ich mich natürlich ganz besonders auf diese Sammlung. Sie hört sich aber auch schon gut an: „A griffin, a werewolf, a sunbird… These are just some of the fantastical creatures you’ll encounter within these pages. From the cockatoucan, whose laugh rearranges an entire kingdom, to the roving shapeless Beast that lurks in the forest, herein is a collection of rare and magnificent species. Each one will thrill, delight, and quite possibly unnerve you“ (Quelle: Harper Collins).


Juli Zeh: Nachts sind das Tiere

Cover Nachts sind das TiereDieser Band ist nicht wirklich eine Sammlung kurzer Geschichten, sondern Essays zu politischen Themen. Nicht das, was sonst so in mein Beuteschema fällt, aber da Juli Zeh zu meinen liebsten Autoren gehört, durfte dieses Buch in meiner Sammlung nicht fehlen. „Politik wird nicht an internationalen Konferenztischen gemacht, sondern zuallererst in den Köpfen der Menschen“, steht hinten drauf. Juli Zeh schreibt hier über die NSA-Affäre, über Internet-Nutzer, die jetzt Angst um ihre Privatsphäre haben und deshalb lieber schnell alle Accounts löschen. Ihr Plädoyer: Das müsst ihr nicht machen. Ihr seid weiterhin frei das zu schreiben, was ihr schreiben wollt.
Diese Botschaft gefällt mir schon mal sehr gut und ich bin gespannt, ob ihre Argumente dafür ebenso toll und überzeugend sein werden. Da es eben etwas ganz anderes ist als das, was ich sonst lese, bin ich umso mehr gespannt.


Was sagt ihr zu Kurzgeschichten? Gefallen euch solche Erzählungen? Lest ihr sie überhaupt? Habt ihr eines dieser Bücher schon gelesen? Ich freu mich auf eure Meinungen!

3 Kommentare

  • Aaaah, Neil Gaiman, liebe ihn <3 Schreibt so speziell, musste mich am Anfang erst dran gewöhnen, aber jetzt großer Fan, einfach weil so anders als viele andere Fantasy-Autoren! :D

    • Ich liebe ihn auch! Ich glaube, ich habe als allererstes damals ein Hörbuch von ihm gehört (auch von ihm selbst gesprochen, er macht das so großartig!) und da musste ich mich echt ganz doll konzentrieren. Das war wirklich sehr speziell. Aber eben auch was besonderes und was besonders gutes!

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