Es war einmal Aleppo von Jennifer Benkau

Cover Es war einmal Aleppo

Es ist schon lange nicht mehr passiert, dass ich ein Buch derart zügig durchgelesen habe wie Es war einmal Aleppo von Jennifer Benkau. Von der ersten Seite an war ich gefesselt von den Charakteren, dem Schreibstil und der Atmosphäre. Ganz schnell war mir klar: Das hier ist ein wichtiges Buch, jetzt in dieser Zeit umso mehr. Jennifer Benkau hat die wichtigen Themen Flucht und Fremdenhass auf eine tolle, mitfühlende, verständliche und faszinierende Weise in einer Geschichte verpackt.
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Das Schicksal der Sterne von Daniel Höra

Cover Das Schicksal der Sterne

Adib und Karl, zwei Menschen, die auf der Flucht waren. Der eine ist gerade erst in Berlin angekommen, der andere ist schon viele Jahre da. Karl wurde als Fünfzehnjähriger nach dem zweiten Weltkrieg mit seiner Mutter und Schwester aus Schlesien vertrieben und Adibs Familie musste Afghanistan verlassen, weil sie von den Taliban verfolgt werden. Die beiden verbindet auf der einen Seite überhaupt nichts, auf der anderen einfach alles. In Berlin laufen sie sich zufällig über den Weg und werden Freunde.
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Erasmus Emmerich und die Maskerade der Madame Mallarmé von Katharina Fiona Bode

Das verrückteste Buch, das ich dieses Jahr gelesen habe, ist sehr wahrscheinlich dieses hier. Erasmus Emmerich und die Maskerade der Madame Mallarmé ist bereits so ein wunderbar klangvoller Name. Ich kannte schon die erste Kurzgeschichte mit Erasmus Emmerich und eine weitere Geschichte mit einem anderen, nicht minder verrückten und kreativen Protagonisten aus der Feder von Katharina Fiona Bode. Umso toller ist es also, dass es ihre kreativen Ideen nun auch in Romanlänge gibt. Seitenweise Wortwitz, skurrile Erfindungen und liebenswürdige Dialoge und Neckereien, wie habe ich mich darauf gefreut! Kleines Fazit vorweg: Selbst die Romanlänge war noch viel zu kurz und viel zu schnell vorbei.


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Funtastik: Skurrile und vielseitige Geschichten

Humor ist ja bekanntlich so eine Sache und wie vieles andere höchst abhängig vom Geschmack. Auch bei mir hat er es nicht immer leicht und deshalb bin ich bei humorvollen Geschichten zunächst skeptisch. Trifft es meinen Humor nicht, und das kommt leider recht häufig vor, so hat das ganze Buch kaum noch eine Chance. Auf Funtastik wollte ich mich aber dennoch voll stürzen, denn zwischen den 14 Geschichten muss auch etwas für mich dabei sein. Und genauso war es dann auch. Funtastik ist eine unglaublich vielfältige und abwechslungsreiche Anthologie voller humorvoller Geschichten aus der Phantastik, von High Fantasy über Steampunk zu Science Fiction – oder auch eine Mischung aus allem. Skurril, witzig, einfallsreich und absichtlich klischeehaft, das sind nur einige Begriffe, die diese Kurzgeschichtensammlung beschreiben. Weitere Details möchte ich gern in den Besprechungen der einzelnen Werke preisgeben.

Cover Funtastik
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Cassandra, eine künstliche Intelligenz mit Charakter?

Omni Illustration auf Innenklappe

Eine künstliche Intelligenz ist etwas, das schon viel mehr kann als die Maschinen, die es in der heutigen Zeit gibt — zum Beispiel selbstständig handeln oder natürliche Sprache erzeugen —, in dem Begriff selbst schwingt allerdings immer noch etwas wichtiges mit: Diese Intelligenz ist künstlich. Kann etwas Künstliches also Seele und Charakter haben? In diesem Beitrag möchte ich mich dem Schiffsintellekt namens Cassandra im Roman Omni von Andreas Brandhorst widmen und versuchen herauszufinden, ob oder wie sich diese Frage an ihrem Beispiel beantworten lässt. Cassandra wird zunächst nur „Schiff“ genannt und ist das Bordsystem, zuständig für die Navigation, Kommunikation und Beschaffung von Informationen und Daten. Damit ist es vor allem eines: Ständig anwesend. Doch so ganz ohne Namen wirkt dieses System eben genau so, wie ein System und charakterlos. Forresters Tochter Zinnober fällt diese Tatsache recht zu Beginn ihrer Reise auf und es entspinnt sich folgende Unterhaltung:

»Warum nennst du das Schiff immer nur ›Schiff‹?«, fragte Zinnober.
»Was?«
»Warum hast du ihm nie einen Namen gegeben?«
»Es heißt Sonnenwind
»Sie meint mich«, sagte das Schiff.
[…] »Möchtest du einen Namen, Intellekt der Sonnenwind
»Ich habe mir immer einen gewünscht«, erwiderte der Intellekt.
»Na bitte.« Zinnober richtete einen Hast-du-gehört?-Blick auf Forrester.
»Also gut«, sagte er. »Gib ihm einen Namen.«
»Ich nenne dich…« Zinnober zögerte. »Nein, warte. Wie möchtest du gern heißen?«
»Ich bin dir sehr dankbar, dass du mich fragst, Zinnober«, sagte der Intellekt. »Ich würde gern … Cassandra heißen.« (S. 53-54)

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