Baba Dunjas letzte Liebe von Alina Bronsky

Cover Baba Dunjas letzte Liebe

Alina Bronsky gehört zu den wenigen Autorinnen, von denen ich ungesehen jede Neuerscheinung sofort kaufe, und die mich deshalb schon viele Jahre lang begleitet. Dass mir ihre Bücher so sehr gefallen, liegt an den außergewöhnlichen Themen, die sie behandelt, und auch an der Art und dem Stil, wie sie ihre Figuren, deren Denken und Handeln erzählt. Nach der Katastrophe von Tschernobyl kehrt Baba Dunja wieder in ihr altes Dorf zurück. Sie wurde damals gezwungen es zu verlassen, hat es in der Stadt aber nicht lange ausgehalten. Sie ist eh schon alt, denkt sie sich, was soll das bisschen Strahlung denn noch ausrichten können? Andere Menschen erfahren aus der Zeitung oder dem Fernsehen, dass Baba Dunja wieder in Tschernowo wohnt, tun es ihr gleich und alte sowie neue Gesichter beleben das Dorf wieder. Das Wasser kommt aus dem Brunnen, Strom haben sie auch, eine Telefonleitung nicht. Sie können von Glück reden, dass der Bus an der zwei Stunden entfernten Haltestelle noch regelmäßig fährt, aber die Gärten werfen auch genügend Obst und Gemüse ab, solange man alles per Hand bestäubt. Die Bienen sind nämlich noch nicht zurückgekehrt.

In der Nacht weckt mich wieder Marjas Hahn Konstantin. […] Seine innere Uhr ist durcheinander, schon immer gewesen, aber ich glaube nicht, dass es mit der Strahlung zu tun hat. Man kann sie nicht für alles, was blöd zur Welt kommt, verantwortlich machen.

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