Schicksal, Vorhersehung und tote Helden in der Phantastik

Tote Helden Kapitel 1

Es geht los: Das erste Kapitel in Tote Helden von Michael Peinkofer.

Darunter kam ein lederner Beutel zum Vorschein, den er wie einen Schatz an sich presste. Er öffnete den Knebel und zog eine Leier hervor.
»Was soll ich damit?« Der Wirt schüttelte das bullige Haupt, seine Backen hatten längst zu glänzen aufgehört. »Das alte Ding ist keinen Schluck Bier wert!«
»Da irrt Ihr Euch«, versicherte der Fremde, »aber ich hatte auch nicht vor, es einzutauschen. Mein Name ist Rayan, und ich bin Sänger. Als Gegenleistung für eine warme Mahlzeit werde ich Euch und Euren Gästen etwas vorsingen und Euch unterhalten.« (S. 18)

Rayan ist einer der Protagonisten im Auftaktband zu den Legenden von Astray, Tote Helden, von Michael Peinkofer. Er ist ein Sänger, der momentan nicht einfach nur durch die Gegend reist, sondern auf der Suche nach Informationen ist. Wenn er dabei in Wirtshäusern singen und spielen kann, dafür nicht nur Nahrung bekommt, sondern vielleicht auch noch einige Gesprächsfetzen mit anhören kann, ist das natürlich sehr praktisch. Es läuft allerdings nicht immer alles nach Plan und gleich zu Beginn der Geschichte bemerken wir auch, wie das dann aussieht. Die Gäste des Wirtshauses haben sich ein Lied über Seejungfrauen gewünscht, mittendrin muss Rayan allerdings unterbrechen:

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Tote Helden von Michael Peinkofer

Vor einiger Zeit habe ich mir vorgenommen, mehr Phantastik aus dem deutschsprachigen Raum zu lesen, und hatte das Gefühl, dass es mit Micheal Peinkofer noch einen Autor gibt, mit dem ich eine Lücke schließen sollte. Tote Helden war also mein erstes Buch von ihm und ich habe nun erst recht das Gefühl, dass Peinkofer in jedes gut sortierte Phantastik-Regal gehört. Dieses Buch ist der Auftakt zu einer neuen Reihe um die Legenden von Astray. Der erste Band begleitet zu großen Teilen die Wege zweier Protagonisten, deren Zusammenhang zunächst unklar bleibt. Der fahrende Sänger Rayan scheint auf der Flucht und gleichzeitig auf der Suche nach etwas zu sein, der Zwerg Lorymar Thinkling ist der persönliche Hofnarr des Königs Astyragis pan Tyras.

Cover Tote Helden

Die toten Helden dürfen die ersten Sonnenstrahlen genießen

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Cassandra, eine künstliche Intelligenz mit Charakter?

Omni Illustration auf Innenklappe

Eine künstliche Intelligenz ist etwas, das schon viel mehr kann als die Maschinen, die es in der heutigen Zeit gibt — zum Beispiel selbstständig handeln oder natürliche Sprache erzeugen —, in dem Begriff selbst schwingt allerdings immer noch etwas wichtiges mit: Diese Intelligenz ist künstlich. Kann etwas Künstliches also Seele und Charakter haben? In diesem Beitrag möchte ich mich dem Schiffsintellekt namens Cassandra im Roman Omni von Andreas Brandhorst widmen und versuchen herauszufinden, ob oder wie sich diese Frage an ihrem Beispiel beantworten lässt. Cassandra wird zunächst nur „Schiff“ genannt und ist das Bordsystem, zuständig für die Navigation, Kommunikation und Beschaffung von Informationen und Daten. Damit ist es vor allem eines: Ständig anwesend. Doch so ganz ohne Namen wirkt dieses System eben genau so, wie ein System und charakterlos. Forresters Tochter Zinnober fällt diese Tatsache recht zu Beginn ihrer Reise auf und es entspinnt sich folgende Unterhaltung:

»Warum nennst du das Schiff immer nur ›Schiff‹?«, fragte Zinnober.
»Was?«
»Warum hast du ihm nie einen Namen gegeben?«
»Es heißt Sonnenwind
»Sie meint mich«, sagte das Schiff.
[…]
»Möchtest du einen Namen, Intellekt der Sonnenwind
»Ich habe mir immer einen gewünscht«, erwiderte der Intellekt.
»Na bitte.« Zinnober richtete einen Hast-du-gehört?-Blick auf Forrester.
»Also gut«, sagte er. »Gib ihm einen Namen.«
»Ich nenne dich…« Zinnober zögerte. »Nein, warte. Wie möchtest du gern heißen?«
»Ich bin dir sehr dankbar, dass du mich fragst, Zinnober«, sagte der Intellekt. »Ich würde gern … Cassandra heißen.« (S. 53-54)

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Omni von Andreas Brandhorst

Cover Omni

Omni ist das vierte Buch von Andreas Brandhorst, das ich direkt nach Erscheinen gelesen habe. Das ist an sich auch schon eine Aussage. Die Zukunftsvisionen, die der Autor mir in seinen Büchern lebhaft präsentiert, gefallen mir. Nicht unbedingt, weil ich mir wünsche, dass es für die Menschheit so eintritt, sondern weil mir die Eindringlichkeit und die Detailfülle gefallen, mit denen Andreas Brandhorst diese Bilder heraufbeschwört. In Omni sind es diesmal nicht die künstlichen Intelligenzen, die die Herrschaft über das Weltall an sich gerissen haben (wie es noch in Das Schiff war), sondern Superzivilisationen, die sich zu Omni zusammengeschlossen und einen höheren Entwicklungsstand als die Menschen oder ähnliche Spezies haben.
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Blogtour „Das Schiff“ von Andreas Brandhorst: Intelligente Maschinen

Blogtour Das Schiff

Herzlich Willkommen zur dritten Station der Blogtour zu Das Schiff von Andreas Brandhorst. Bisher konntet ihr schon die ausführliche Rezension bei Teilzeithelden lesen und bei Seitenwinde drehte sich alles um Science Fiction, das Fiegen und den Weltall. Meine Rezension habe ich ebenfalls bereits veröffentlicht. Morgen geht es weiter mit einem Autoreninterview bei Literaturschock und am Freitag gibt es den Podcast mit Carsten Polzin, dem Programmleiter von Piper Fantasy & Science Fiction, bei Hysterika. Heute dreht sich alles um:

Künstliche Intelligenz und Intelligente Maschinen

Unendlich viele Science Fiction-Geschichten haben schon diese eine riesige Furcht des Menschen thematisiert: Wir versuchen so lange künstliche Intelligenz zu programmieren, bis sich die Maschinen schließlich selbstständig machen und uns überflügeln. Einige werden vielleicht den Dialog zwischen HAL 9000 und Dave in 2001: Odyssee im Weltraum kennen, der immer wieder sehenswert ist:

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