Welche Bücher sind diskussionswürdig?

Kaum war die erste Diskussion über die Qualität von Buchblogs mit ein paar letzten genervten Kommentaren vorbei, kam der nächste Schlag daher. Von Sara! Mir graut’s vor dir. bis hin zu Lest doch was ihr wollt… wird da diskutiert über die Inhalte von Buchbesprechungen und am Ende läuft es natürlich mal wieder darauf hinaus, welche Bücher überhaupt diskussionswürdig sind. Da kommen dann die Begriffe Trivial– und Unterhaltungsliteratur wieder auf, viele fühlen sich auf den Schlips getreten, viele sagen wie Frau Hauptsachebunt: Lest und rezensiert doch, was und wie ihr wollt. Und sie hat recht. Es ist doch schön, dass wir die Freiheit haben zu tun und zu lassen, was wir wollen. Offensichtlich gibt es, wie beim Beispiel Sara Bow zu sehen, genügend Leser und Zuschauer, die sich gern kurze Buchempfehlungen und Book Hauls ansehen. Um Bücher zu entdecken, die einem vorher noch nicht begegnet sind, taugen diese kurzen Empfehlungen doch besonders gut. Ob ein kleiner Buchtipp à la „Lest es“ — oft vielmehr auch „kauft es“„weil es ist so toll und es hatte all the feels“ lange im Kopf verweilt, ist eine andere Sache. Zugegeben, bei mir funktioniert eine Buchempfehlung nur, wenn sie mit Begründung daherkommt, die mich überzeugt, und nicht, wenn jemand gerade ein Schnäppchen in die Kamera hält. Aber das, liebe Leute, weiß doch jeder über sich selbst am besten. Darum: Lest doch nur die Blogger oder schaut nur die Booktuber, die euch interessieren und deren Buchempfehlungen euch etwas geben. So einfach ist das, so selbstverständlich. Ich glaube auch fest daran, dass jeder das schon genau so macht, und trotzdem wird immer wieder darüber diskutiert.

Gerade letzte Woche erst wurde in der Aktion Gemeinsam Lesen darüber diskutiert, was eine gute Rezension ausmacht. Und was kam dabei häufig heraus? Die Leute wollen Meinungen lesen, sie wollen keine reinen Analysen der Machart eines Buches, sondern begründete Meinungen. Da soll noch mal einer sagen, dass subjektive Rezensionen sinnlos seien oder keinen Wert besitzen.

Was mir bei dieser ganzen Diskussion allerdings mal wieder aufgestoßen ist, waren all die Überlegungen und Behauptungen darüber, was hohe Literatur und was nur Trivialliteratur sei. Oder wer was lesen sollte. Kein Wunder, dass sich da viele Leser auf den Schlips getreten fühlen, wenn man ihnen vorschreiben will, dass sie schon zu alt für Jugendbücher seien. Hat aber schon mal jemand eine Obergrenze bei der Altersempfehlung von Young oder New Adult-Büchern gesehen? Abgesehen davon, dass ein Buch ab 14 Jahren wahrscheinlich noch nicht für ein 10-jähriges Kind geeignet ist, gibt es doch weiter keine Grenzen. Ich selbst lese auch noch mit Mitte 20 von Herzen gern Jugendliteratur, ich lese gern Geschichten übers Erwachsenwerden, ich lese gern Bücher, in denen mich so einige Schätze erwarten. Und wenn das auch in Jugendbüchern der Fall ist, dann ist das doch umso schöner. Viel zu oft scheint der Begriff Jugendbuch mit anspruchsloses Buch übersetzt zu werden. Doch weder (jugendliche) Leser noch die Bücher selbst sind anspruchslos, jeder Leser hat allerdings andere Erwartungen an ein Buch. Doch mal wieder: Da kennt sich jeder selbst am besten. Über das Geschriebene hinaus findet man auch in Jugendbüchern so viel Bedeutung.

Allerdings wurden zum Teil auch die Genres Fantasy und Science Fiction angegriffen, das allerdings nicht nur in der jüngsten Debatte. Diese seinen nicht diskussionsfähig oder gar -würdig. Warum? Weil man im Literaturstudium keine Analysemethode dafür kennenlernt? Weil Bücher nur dann zur Diskussion einladen, wenn sie auch zwischen den Zeilen Interpretationen zulassen? Weil Bücher generell nicht zum Diskutieren einladen, wenn sie ausschließlich dazu da sind, spannende Lesestunden zu bereiten? Die Inhalte eines Romans müssen auf gegenwärtige Situationen übertragen werden können? Fantasy und Science Fiction-Romane bauen doch gerade komplexe neue Welten auf, ob vergangene oder mögliche zukünftige, mit Magie und fremden Wesen oder ohne, aber immer mit vielen Völkern und Kulturen. Sie stellen ein politisches System dar, das sich oft genug auf bereits bestehende oder vergangene Tatsachen übertragen lässt. Und genau das eignet sich doch richtig gut zum Diskutieren. Wenn man Fantasy-Romane nicht mag, heißt das deshalb noch lange nicht, dass man generell nicht darüber diskutieren kann. Es heißt auch nicht, dass der Leser verblödet und niemals im Leben höhere Literatur lesen wird. (Dazu am Rande: Als ob Fantasy und Science Fiction anspruchslos und unkompliziert wären, als ob…)

Jede kritische Besprechung ist eine Diskussion, egal ob es um Klassiker oder Trivialliteratur, was auch immer man dazuzählen mag, geht. Jeder Leser, jeder Blogger, jeder Rezensent entscheidet selbst darüber, wie ausführlich die eigene Besprechung ausfallen soll. Ich bin mir sicher, dass Rezensionen und Buchtipps, auf welche Art und Weise auch immer sie stattfinden, stets Leser und Zuschauer finden werden. Ist es nicht auch eine schöne Übung für die Medienkompetenz eben genau die Inhalte zu finden, die einem zusagen?

15 Kommentare

  • Schöner Artikel :)

    Ich finde: Hauptsache es wird gelesen…Ist doch meine Sache was ich gut finde und was nicht.
    Warum werden wir jetzt beim lesen so intolerant. Es werden doch eh immer weniger Leute, die überhaupt noch lesen…wollen wir den Wenigen jetzt vorschreiben was sie zu lesen haben und was nicht?! Total absurd. Wer glaubt den entscheiden zu können was gute und schlechte Literatur ist?! Höhere Literatur…da muss ich immer schmunzeln. Was heute „hohe“ Literatur war hat meist zu seiner Zeit keiner als hohe Literatur betrachtet…

    Ich werde weiterhin Fantasie und Jugendbücher lesen und ich habe meinen Spaß dabei :) Was interessieren mich die „Literatur Snobs“

    LG Denise

    • Hallo Denise! Hauptsache es wird gelesen – richtig! Und welche Bücher das sind, kann jeder für sich selbst entscheiden. Man merkt ja schon bei meckernden Schülern, was passieren kann, wenn bestimmte Lektüre vorgeschrieben wird. Und das soll auch noch in der Freizeit geschehen? Nein danke. Dann lieber die Genres lesen, die persönlich Spaß machen. :)

      LG Cindy

  • Aniday

    Diese Diskussionen werden wohl nie ganz aussterben :-/
    Ich frage mich bei manchen Büchern auch manchmal, wer denn so was liest (Und mal ehrlich, wer hat sich das nie gefragt?) – aber Fakt ist, dass auch diese Bücher ihre Leser haben. Und darüber freue ich mich, ich muss es nicht verstehen und sie auch selbst nicht lesen. Muss ja auch keiner verstehen warum ich gerade die Bücher so toll finde, bei denen das eben der Fall ist. Ich verteidige meine bevorzugten Genre nicht, obwohl ich weiß dass sie gerne belächelt werden.
    Und Blogs, deren Büchergeschmack ich nicht teile oder deren Rezensionsstil mir nicht gefällt folge ich eben nicht. So einfach ist das, da muss ich doch keinem den Spaß an seinem Hobby deswegen vermiesen….

    • Ja, das wird sie wohl nie… Durch irgendwas wird es immer wieder auftauchen.
      Hihi, bei mir gibt es da auch so einige Bücher, bei denen ich mich das frage. Oft auch solche, die dann einen totalen Hype bekommen. Aber hey, jeder so wie er/sie möchte, aber ich persönlich muss mich dann an der Diskussion über diese Bücher nicht beteiligen, wie du schon richtig sagst. Allerdings habe ich schon Spaß daran, meine liebsten Genres zu verteidigen, was ich hier mit Jugendbuch und Fantasy auch getan habe. Richtige Zweifler kann man so wohl eh nie überzeugen, aber ich freue mich schon, wenn auch nur eine Person sagt: Hey, das muss ich doch mal ausprobieren.

      LG Cindy

      • Izanuela

        Ich meine damit auch eher, dass ich mir nicht die Mühe machen mich zu rechtfertigen, weil es niemanden außer mir etwas angeht, was ich gerne lese. Und wenn mir jemand erzählt, dass ich Mist lese stehe ich drüber. Ich werde z.B. nie zu alt für Donald Duck sein – mein Bruder und mein Vater übrigens auch nicht ;)
        Ich erzähle aber immer gerne, was und warum ich bestimmte Genre mag und freue mich genau wie du, wenn jemand sich daran versucht. Oder einfach nur zuhört. Schließlich rede ich gerne über Bücher, gibt kein zuverlässigeres Thema um mit mir ein Gespräch anzufangen.

        • Ah ok, dann habe ich mich wohl zu sehr am Wörtchen „verteidigen“ festgebissen. Aber rechtfertigen? Das sehe ich so wie du. Das ist doch auch ein ganz persönlicher Geschmack und da haben andere sowieso nicht reinzureden.
          Donald Duck ist doch cool! Ich habe früher öfters LTB gelesen, weil man Onkel die gesammelt hatte, irgendwann bin ich zu Mangas übergegangen und damit werde ich wohl auch niemals aufhören. Auch wenn noch so viele Leute sagen, was das für ein Kinderkram wäre (nur wie kommen dann die ganzen +18 Empfehlungen zustande? ^^).

        • Zum Thema, „was ist diskussionswürdig?“ will ich auch noch kurz ein paar Worte loswerden, denn ich schreibe ja in dem, von manchen Leuten so mit Füßen getretenem Genre Fantasy. Aber jetzt sagt mir doch mal bitte einer, was ist denn Goehtes „Faust“ für ein Genre? Gott, Himmel, Hölle, Magier, Zauberei. HALLO???????????
          Oder auch der Balettklassiker Schwanensee, aus dem im Nachhinein ein wundervoller Kindermärchenfilm gemacht wurde (die Schwanenprinzessin)
          Astrid Lingrens „Mio mein Mio“ – eine klassische Heldenreise (mit kindgerechtem Happy End) „Die Brüder Löwenherz“ – selten ein Buch gefunden, dass sich so intensiv mit dem Tod auseinandergesetzt hat.
          Ganz ehrlich, ich kann diese Liste noch ewig weiterführen.
          Das wollen die erhabenen Literaturkritiker vielleicht nicht hören, doch Fantasy, Phantastik oder auch Sci-Fy, dient nicht immer nur der Unterhaltung. Es kann tiefgreifend und philosophisch sein, will das oft sogar.
          Fantasygeschichten sind vollgepackt mit Weisheiten und Zitaten, die so nicht schöner, nicht wahrer sein könnten:

          „Manche, die leben verdienen den Tod, und manche die sterben, verdienen das Leben. Kannst du es ihnen geben? … Dann urteile nicht vorschnell …“ (aus „der Herr der Ringe“)

          Fantasy ist schon längst Weltliteratur und diskussionswürdig. Und sogar das Genre der oft verhöhnten ‚Liebeschnulzen‘ hat die eine oder andere Perle hervorgebracht.(„P.S ich liebe dich“, Da heulen sogar harte Kerle)

          Doch selbst wenn ein Buch das alles nicht hat und nichts weiter ist, als pure Unterhaltung, dann ist das auch okay. Es gibt ja Leser, die sagen, ich will gar nichts hochtrabend Philosophisches. Ich will seichte Unterhaltung, damit ich mich besser fühlen kann.

          Denn Lesen, das darf man nie vergessen, ist erleben. Ein Gefühl, das wir uns vorstellen, ist ebenso stark, wie ein Gefühl, das wir haben. Es ist echt. Schmerz durch Bücher ist echt. Ärger über einen widerwärtigen Antagonisten ist echt. Sich in einen Romanhelden zu verlieben triggert die selben stofflichen Vorgänge in unserem Gehirn, wie echte Verliebtheit, wenn sie stark genug empfunden wird.

          Wer will sich also das Recht herausnehmen zu sagen, das eine ist mehr wert als das andere?
          Das einzige, was ich diskussionswürdig finde sind in diesem Hinblick persönliche Meinungen und Analysen. Denn das tiefgreifendste Buch kann mich nicht fesseln, wenn es nicht mein Fall ist, und ich es nicht fühle.
          Solche Gefühle transportieren, das können die einen besser, die anderen schlechte. Über diese Qualität des Schreibens, über die Differenziertheit und Glaubwürdigkeit von Charakteren, darüber kann man reden, aber nicht über das Genre perse.

          Ansonsten ein ganz toller Artikel. Und ich kann nur unterstreichen: Lest was ihr wollt, denn ihr entscheidet, mit welchen Gefühlen und Empfindungen ihr euer Leben füllen wollt.

          • „Denn Lesen, das darf man nie vergessen, ist erleben. Ein Gefühl, das wir uns vorstellen, ist ebenso stark, wie ein Gefühl, das wir haben. Es ist echt.“

            Darauf bin ich gar nicht mehr eingegangen, aber du hast natürlich vollkommen recht. Es ist doch schön, dass wir genau das Genre lesen können, das uns auch am meisten gibt. Natürlich kann es in jedem Genre Bücher geben, die einfach nicht gut gemacht sind, aber deshalb muss man doch nicht das ganze Genre verdammen.

            Danke für den langen Kommentar also, kann ich auch nur unterschreiben.

  • Danke fürs Aufgreifen der Diskussion. Ich nehme mal den Faden vom Schluss auf. Wie sollen Menschen Medienkompetenz erwerben, wenn wir die diversen Formen der Medien nicht diskutieren und kritisieren. Das war meine Intention, da ich der Ansicht bin, dass die Darbietung von Sara Bow nicht wohlwollend behandelt oder gar beklatscht werden sollten. So behandelt man meiner Meinung nacht Literatur nicht. Und das finde ich, sollten Menschen, die gerne lesen auch lernen.

    • Ehrlich gesagt war ich selbst überrascht, wie unreflektiert das Porträt zu Sara Bow daherkam. Da werden Kommentare wie „Ich hab halt meine Fans“ fast ohne Kommentar in den Text eingebaut und das soll man dann gut finden? Oder nicht? Keine Ahnung. Ich selbst kann mit solchen Empfehlungen nichts anfangen und hoffe auch, dass viele andere das genauso sehen. Allerdings gibt es offensichtlich für alles eine Zielgruppe. Hiermit wollte ich jedoch eher darauf eingehen, dass sich die Diskussion mal wieder auf die Qualität (oder der angebliche Mangel) der gelesenen Bücher gestürzt hat, die ich hier ein wenig verteidigen möchte. Aber zurück zur Medienkompetenz: Natürlich stimmt es vollkommen, dass man die Formen der Kritik diskutieren muss. Zugegeben, und das schwingt in meinem Beitrag wohl auch mit, war ich genervt, dass die eine Diskussion abgeflaut war und prompt der nächste Anstoß kam. Allerdings sehe ich an der momentanen Diskussion auch, dass die Zuschauer und Leser von Buchempfehlungen, wie Sara Bow sie vormacht, sich kaum überzeugen lassen, wenn man sie alle in den Topf der anspruchslosen Leser wirft und so erst mal Kopf stößt.

      • Mein Beitrag ist ja nicht adressiert an die Fans von Sara Bow. Ich schrieb ihn, weil ich mich über die wohlwollenden Kommentare wunderte, die bei mir auf Facebook zu dem Artikel kamen. Die stammen von Autoren und vielen Leuten, die sich sehr intensiv, ernsthaft oder professionell mit Literatur beschäftigen. Es sind meines Erachtens viele darunter, die hier mit zweierlei widersprüchlichem Maß urteilen. Ich kann doch nicht einerseits diese Form der Literaturempfehlung (meine damit nicht die Literatur) tolerieren, anderseits jedoch über die zunehmende Verflachung in den Medien lamentieren. Sara Bow ist eben genau so ein Gewächs aus dieser verflachten Medienentwicklung.

        Dennoch würde ich aber auch bei den Fans vor den Kopf stossen. Jedoch nicht ungefragt. Ich habe bis zu meinem 13 Lebensjahr fast nichts Belletristisches gelesen. Erst als ich von den Mädels in meiner Klasse und um mich herum vor den Kopf gestossen wurde in dem sie erstens recht schlaue Sätze von Hesse, Dürrenmatt und Frisch zitierten und sie zweitens ziemlich deutlich machten, dass mit mir keine gemeinsame Themen hätten, nahm ich die Bücher zuhause aus dem Regal und fing an zu lesen. Und dann bekam ich zum 15. Geburtstag den „Fänger im Roggen“ von meiner ersten großen Liebe geschenkt. Der hat mich dann auch ziemlich vor den Kopf gestossen. Der hat mir einerseits mein cooles Lebensunlustgefühl gespiegelt und anderseits aber klar gemacht, dass man auf diese Lebensweise ein dröger Kotzbrocken wird. Zumindest in den nachfolgenden Jahren tat das dann seine positive Wirkung.

        • Ich meinte auch nicht im speziellen nur diesen Beitrag (den ich übrigens auch nicht aus Böswilligkeit verlinkt habe, sondern weil es einer der ersten Reaktionen auf den SZ-Artikel war und auch eine grundsätzlich andere Meinung zu „Lest doch was ihr wollt“ darstellt), sondern auch den allgemeinen Ton in einigen Diskussionen, oft auf Facebook. Mittlerweile habe ich da aber allerdings den Überblick verloren, da könnte man stundenlang lesen. Nichtsdestotrotz fühlen sich Sara Bow-Fans oder allgemein Leser dieser Genres, die bei ihr vorgestellt werden, angesprochen (und oft auch angegriffen).

          Sehr interessant, wie du zur Belletristik gekommen bist! Aus der Sicht heutiger Teenager ist 13 wohl ein sehr junges Alter, um sich der Belletristik zuzuwenden. Selbst als ich in der Schule war, wurde das privat kaum thematisiert, nicht mal im Deutsch-Leistungskurs. Für viele war das leider auch eher ein „Ich weiß nicht, was ich sonst machen soll“-LK und es wurde ordentlich über die Pflichtlektüre gemeckert, und auch ansonsten hatte ich nicht das Gefühl, dass viel gelesen wurde. Ich gehöre übrigens zu der Generation, die mit den Harry Potter-Büchern aufgewachsen ist und mit der Herr der Ringe-Trilogie. Fast kein Wunder, dass ich so Fantasy-vernarrt bin. Allerdings hatte ich zwischendurch eine Trotzphase und habe alles gelesen, bis auf das, was eine passende Altersempfehlung hatte. So habe ich beispielsweise Juli Zeh kennengelernt und darüber freue ich mich immer noch. So viel dazu, wie ich zur Belletristik bekommen bin. Mittlerweile lese ich wieder fast alles, was mir jemals zugesagt hat.

  • Hallo Cindy! Weiß genau, was du meinst. Wir hatten auch während meines Germanistik-Studiums zahlreiche Diskussionen darüber, was Literatur ist. Literatur ist der geschriebene Text, so finde ich das. Und wenn man es erweitert sieht, kann mich auch ein gut geschriebenes Kochrezept erquicken (wird ja auch manchmal genial in Bücher eingebaut, wenn wir schon mal dabei sind :P ). Ob manche Bücher – darunter auch Fantasy und Science Fiction – den Anspruch haben, „Hohenkammliteratur“ zu sein, sei dahingestellt. Nicht jedes Buch hat den gleichen Anspruch. Manches möchte unterhalten, manches belehren – und alles hat seine Berechtigung. Manche Bücher mögen beides tun. Ich finde diese „Literatur“-Schiene immer so aufgesetzt. Es zeigt, wie sehr Leute alles in „gut“ und „schlecht“ einteilen wollen, bzw. wie sehr sie sich auf den Schlips getreten fühlen, wenn sich Trivialliteratur gut verkauft, aber der neue Nobelpreisträger nicht. Allem soll ein „Wert“ gegeben werden. Und anstatt für das einzustehen, was man gut findet, macht man dann das andere runter.

    Apropos: Ich finde durchaus, dass Science Fiction und Fantasy besprechungswürdig ist! Darüber gibt es sogar geniale Diplomarbeiten. Die GEnialität vieler Texte wird leider oft erst viel später erkannt. Solche Klassiker wie „The Time Machine“ oder „1984“ werden ja bis heute gelesen und besitzen einfach so viel Tiefe! Und sie werden bis heute auch im Studium besprochen. Als sie rauskamen, galten sie bestimmt auch als niedrigere Literatur.

    • Hi Katharina! Ich habe Linguistik studiert und da haben wir den Textbegriff mitunter anders definiert*, aber ich weiß natürlich, was du meinst. ;) Deine Erklärung, warum diese Einteilung in gut und schlecht passiert, finde ich ziemlich einleuchtend. Für mich gibt es auch viele Bücher, die ich schlecht finde, viele davon habe ich nicht mal gelesen, aber mein Eindruck ist deshalb trotzdem kein guter und ich frage mich oft, wer denn „so was“ liest. Allerdings trage ich das nicht so sehr in die Welt hinaus und auch mit diesem Beitrag habe ich versucht keine Genres aus Prinzip zu verdammen. Denn das ist alles persönlicher Geschmack.

      Ehrlich gesagt habe ich, als ich das geschrieben habe, 1984 und The Time Machine etc. völlig vergessen! Aber du hast ja völlig Recht, phantastische Elemente sind natürlich auch in Klassikern vorhanden. Und trotzdem wird Fantasy und SF so oft als trivial abgestempelt…

      *Unsere Unterhaltung hier ist bereits ein (geschriebener) Text, auch wenn es mündlich stattfinden würde, so als Beispiel.

      • Ja, das kann ich mir vorstellen – es gibt einfach so unglaublich Literatur- und Textbegriffe, ich weiß noch, wie wir uns da die ersten Semester hindurchgewühlt haben. Ich habe dann einfach meinen eigenen Literaturbegriff gefunden, der quasi sehr weit reicht. (Klingt das blöd? Weil man Texte nicht diskriminieren will?) :P
        Und dass es auch viele Dinge gibt, die wirklich schlecht geschrieben sind, ich glaube, da braucht man gar nicht diskutieren *lach* Aber vl geben sie manchen Leuten trotzdem etwas. Ich denke, solange gelesen und die Fantasie etwas angeregt wird, ist das schon etwas Positives! :)

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